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Gastschiff Yellow stellt Betrieb ein

Das auffällige Gastschiff «MS Yellow» wird ab 2023 nicht mehr auf dem Zuger See zu sehen sein.

MS Yellow

Das auffällige Gastschiff «MS Yellow» wird ab 2023 nicht mehr auf dem Zuger See und an seinem Liegeplatz am Zuger Schützenmattsteg zu sehen sein. Die Gemeinnützige Gesellschaft Zug (GGZ) als Eignerin und die GGZ@Work als operativ verantwortliche Institution der GGZ stellen den Betrieb des Gastschiffes ein. Der Betrieb ist nicht kostendeckend und es ist zunehmend schwierig, Personal mit nautischer Ausbildung und Erfahrung zu finden. Zudem ist das Schiff in die Jahre gekommen und hat einen wachsenden Bedarf an Reparatur- und Unterhaltsleistungen.

Steigendes Defizit
Die «Yellow» wäre voraussichtlich noch rund 10 Jahre seetüchtig. Jedoch verzeichnet das Schiff bereits heute ein jährliches Defizit im mittleren fünfstelligen Bereich und die Kosten für Reparaturarbeiten werden altersbedingt weiter steigen. 2024 sind zudem erweiterte Revisionsarbeiten fällig, die einen sechsstelligen Betrag erfordern. Nicht zuletzt fehlen Mitarbeitende im Bereich Nautik, die auf Grund des Fachkräftemangels und des spezifischen Stellenprofils der «Yellow» nicht nachhaltig akquiriert werden konnten. Deshalb hat sich die GGZ dazu entschlossen, den Betrieb der «Yellow» 2023 einzustellen.

«Es ist bedauerlich, dass wir die «Yellow» verabschieden müssen. Während 20 Jahren konnten wir ein geschätztes Angebot bereitstellen, aber es wird immer schwieriger, dieses Angebot aufrecht zu erhalten. Angesichts des finanziellen Defizits und der Schwierigkeit, Fachpersonal zu finden, wäre der Weiterbetrieb nicht verhältnismässig. Deshalb haben wir uns schweren Herzens dazu entschlossen, die ‹Yellow› abzugeben», sagt Peter Hebeisen, Präsident der GGZ.

Die GGZ richtet ihr Angebot seit jeher an den aktuellen Bedürfnissen der Zuger Bevölkerung aus. So hat sie Anfang des letzten Jahres zum Beispiel die KiBiZ Kinderbetreuung in die Gesellschaft aufgenommen, um eine qualitativ hochstehende, bezahlbare familienergänzende Kinderbetreuung im Kanton Zug zu sichern. GGZ@Work ist eine Institution der GGZ. Für das zertifizierte Sozialunternehmen bedeutet die Abgabe der «Yellow», dass sich die Institution wieder voll auf ihre Kernleistung der beruflichen und sozialen Integration von Sozialhilfebeziehenden und Asylsuchenden im Kanton Zug fokussieren und ihr Angebot weiterentwickeln kann.

Sinkende Einnahmen
Die Angebote des Gastschiffes «Yellow» positionierten sich eher am Rande des Tätigkeitsfelds der GGZ. Im Sommerhalbjahr wurde das Schiff vornehmlich für Gruppen und Schulklassen aus anderen Kantonen genutzt sowie an Unternehmen, Vereine und Privatpersonen vermietet. In den Wintermonaten diente die «Yellow» als Mittagsbeiz für Berechtigte, die neben einer preiswerten warmen Mahlzeit bei Bedarf auch eine Erstberatung zu Alltagsproblemen erhalten konnten. Dieses Angebot wird in Zukunft im «Podium 41», einer gastronomisch-sozialen Einrichtung der GGZ@Work, weitergeführt.

Für die Angebote der «Yellow» wurden Beiträge gesprochen. Da die «Yellow» mit ihren Einnahmen nicht selbsttragend war, hat die GGZ das Defizit ausgeglichen. Allerdings würden die zunehmenden Kosten für den Unterhalt und die anstehende Revision zu einem erheblichen Kostenanstieg führen, den die GGZ nicht mehr bereit ist, zu tragen – insbesondere, weil durch gesunkene Sozialhilfezahlen und den Wegfall von Beiträgen aus der Arbeitsintegration auch fehlende Mittel in anderen Bereichen der GGZ@Work ausgeglichen werden müssen.

Voraussichtlich im Sommer 2023 wird die «Yellow» mit einem Abschiedsfest für Armutsbetroffene, Mitarbeitende, Partner und Freunde auf eine letzte Fahrt gehen. Sollte sich nicht in letzter Minute noch eine neue Betreiberin finden, wird das Schiff anschliessend aus dem Wasser genommen und fachgerecht abgewrackt.