Gemeinnützige Gesellschaft des Kantons Zug (GGZ)
  
Marie Spörri Stiftung
  
Errichtet am 3. März 1978
Die Gründerin, Marie Spörri, (1883–1977), Bürgerin von Hittnau, entstammte der bekannten Familie Spörri, seit 1861 Textilfabrikanten im Zürcher Oberland. Sie wuchs mit zwei Brüdern auf. Der ältere, Emil Spörri junior, führte den väterlichen Betrieb weiter. Vater Emil Spörri-Stahel, zog sich nach der Übergabe seines Geschäfts 1920 nach Oberwil / Zug zurück. Marie Spörri, einzige Tochter, führte ihm das Haus. Vater Spörri starb 1927. Seine Tochter Marie verblieb dann während eines halben Jahrhunderts im Haus an der Widenstrasse 33 in Oberwil, einem immer noch ländlichen Quartier der Stadt Zug.
  
In der Familie hatten Wohltätigkeit und Dienst an der Öffentlichkeit Tradition. Im Nachruf von Emil Spörri-Stahel hiess es: «Er war ein sicherer Berater, ein uneigennütziger Helfer, ein besorgter, wohlwollender Arbeitgeber, in Amt und Beruf gleich pünktlich und gleich tüchtig; man konnte in allem auf ihn bauen.» Von ähnlicher Wesensart scheinen seine Kinder gewesen zu sein. Sohn Emil gründete 1967 eine Stiftung zugunsten eines Altersheims auf seiner Liegenschaft «Luppmenhof» in Hittnau. Marie setzte diese Tradition fort. In ihrem Testament bedachte sie zahlreiche Verwandte und gewisse Institutionen mit Legaten. Den ganzen Rest ihres Vermögens bestimmte sie in eine «Marie Spörri Stiftung» einzubringen, eingeschlossen ihr Erbteil aus dem Nachlass ihrer beiden inzwischen verstorbenen Brüder. Ein Teil unterlag anfangs noch einer lebenslangen Nutzniessung durch die langjährige Haushälterin von Alice und Emil Spörri-Moos, die aber 1980 verstarb.
   
Persönlich hatte Marie Spörri ein pünktlich geordnetes, bescheidenes Leben geführt. Sie war von eher ernster Natur, jedoch ausserordentlich wohlwollend ihren Mitmenschen gegenüber. Besonders Kinder liebten sie und suchten ihre Gesellschaft. Zum Tee bei Fräulein Spörri eingeladen zu werden war, wie man uns erzählte, ein Ereignis von beträchtlicher Geltung. Ferien, die sie bestens vorbereitet antrat, gehörten zum Lauf des Jahres. Von anderen Vergnügungen, die sie sich gönnte, wird einzig die jährliche Zugersee-Schifffahrt überliefert. Als Aktionärin hatte sie Anrecht auf ein Gratis-Billet … Ein Leitspruch ihres Vaters mag auch der ihre gewesen sein: «Das gute Leben hat eine Anzahl der Tage, aber ein guter Name bleibt in Ewigkeit.» (Sirach)
   
Jährlich können bedeutende Beiträge an die Gemeinnützige Gesellschaft des Kantons Zug ausgerichtet werden zur Unterstützung ihrer humanitären und gemeinnützigen Ziele. Das Evangelische Lehrerseminar und das Diakoniewerk Neumünster in Zollikerberg gehören ebenfalls zu den Destinatären der Stiftung. Eine besondere Sorge der Stifterin galt der Förderung cerebral geschädigter Kinder; sie stehen in der Urkunde an erster Stelle. Die Auswahl der im Testament bestimmten Begünstigten ihrer Stiftung wirft ein weiteres Licht auf die Persönlichkeit Marie Spörris: Sie zeugt von reformiert – zürcherischem Traditionsbewusstsein, von Bürgersinn und Weitsicht und von einem grossen, mitfühlenden Herzen.
    
  
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