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| Valle – eine Tessiner Maiensäss gemeinsam umgebaut zu einem Ferienhaus |
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| Auf seinen Wanderungen 1951 und 1952 entdeckte der damalige Rektor der Zuger Gewerbeschule, G. Spycher, in der Nähe des Ritomsees, bei Altanca, oberhalb Ambri, die zerfallene Maiensäss Valle. Zusammen mit Baumeister K. Landis und Baufachlehrer P. Taiana berät er über die Möglichkeit, das Haupthaus der Siedlung zu kaufen und als Ferienhaus für die Gewerbeschüler zur Verfügung zu stellen. Die Verhandlungen mit den drei Besitzern waren zäh. Dennoch konnte 1953 ein Vorverkaufsvertrag abgeschossen werden. Im Sommer 1953 wurden bereits die Arbeiten der Renovation begonnen. Kies und Sand wurden von der Baustelle der Staumauer am Ritomsee zur Verfügung gestellt. Die dortigen Mineure führten auch die Sprengungen im unteren Geschoss des Hauses aus, damit die Raumhöhe für die Küche genügend war. Früher diente dieser Teil des Hauses als Ziegenstall. Noch im gleichen Jahr, am 8. Oktober 1953, wurde eine Stiftung gegründet mit dem Namen «Stiftung Ferienhaus Valle». Dem ersten Stiftungsrat gehörten an: – Paul Hubmann, Vertreter des Zuger Industrieverbandes – Karl Landis, Vertreter des Zuger Baumeisterverbandes – Dr. Werner Iten, Präsident der Gemeinnützigen Gesellschaft des Kantons Zug – Regierungsrat Xaver Luthiger, Kanton Zug – Gottfried Spycher, Rektor der kantonalen Gewerbeschule Zug Das zukünftige Ferienhaus wurde für 5000 Franken gekauft. Das Stiftungskapital war 10'000 Franken. Der Kanton verpflichtete sich zur jährlichen Zahlung von 500 Franken an die Betriebsskosten. Die Lehrlinge der Gewerbeschule waren unter der fachkundigen Leitung ihres Lehrers Taiana den ganzen Sommer über tätig. 1954 bis 1956 werden weitere Ausbauarbeiten unternommen. Viele Materialien wurden zwar geschenkt, dennoch konnte nur das Nötigste ausgeführt werden: Quellfassung, Brunnenstube, Wasserleitung zum Brunnen und ins Haus, 2 Toiletten mit Spühlung, Plättliboden in der Küche, Schüttstein, Holzkochherd, Küchenkasten, Schlafpritschen im Keller und eine notdürftige Stubeneinrichtung, Werkstatt mit Hobelbank und Werkzeug. Der Standard entspricht dem der Ferienlagerhäuser jener Zeit. In den folgenden Jahren bis 1975 wird das Haus noch laufend verbessert. Die Begeisterung geht aber allmählich zurück. Die Feriengewohnheiten der Lehrlinge verändern sich, sie haben mehr Geld zur Verfügung und können grössere Reisen unternehmen. Baufachlehrer Taiana, im fortgeschrittenen Alter, führt immer noch die Betriebskasse sehr gewissenhaft weiter und vermietet das Haus, wenn es gefragt ist. 1976, am 14. Oktober, übernahm die ganze Verantwortung als «Hüttenwart» Max Schnurrenberger, Architekt und ebenfalls Lehrer für das Baufach (Bild). Das Übernahmeprotokoll zeigt, dass das Haus wieder am Zerfallen ist. Der Komfort entsprach auch nicht mehr den Wünschen der Zeit. So beschloss der Stiftungsrat, das Haus zu erhalten, instand zu stellen und weiter auszubauen. Hierfür stellte der Kanton 12'000 Franken zur Verfügung. Der neue Hüttenwart begann mit freiwilligen Helfern und seiner Familie mit der Arbeit: Pritschen und Aussentür im Schlafraum, Cheminéeofen, Kamin, Bretterboden, Neumöblierung der Stube sowie Schlafhorst über der Decke, Dach-Austäferung und Wärmedämmung. Im Keller wurde ein Betonboden eingelassen. Die Abwasserentsorgung wurde tiefer gelegt. An der Aussenmauer wurde eine Sickerleitung errichtet, damit das Wasser nicht durch die Hütte fliesst. In der Küche wurde ein Holzkochherd mit einem neuen Kaminanschluss installiert, darüber wurden neue Plättli angebracht. Verschiedene Wände wurden neu getäfert und mit neuen Bretterböden versehen. Türen und Fensterläden mussten erneuert werden. 1987 war das Haus in einem erfreulichen Zustand, was von allen Seiten dankbare Anerkennung erhielt. Etwa 11'000 Arbeitstunden harte, fleissige Arbeit und zahlreiche Fahrten führten zu einem guten Ergebnis. Im Sommer 1987 konnte mit Hilfe von 40 Helikopterflügen auch das Dach saniert werden.Das Lagerleben in Valle ist zweifellos reizvoll. Allerdings wird hier oben von den GIBZ-Schülern nicht nur Ferien gemacht. Von welcher Art diese Kurse sein können, illustriert etwa das Beispiel aus dem Jahre 1986, als Hochbauzeichnerlehrlinge ihr Lager als Kurs mit «Bauplatzpraktikum» durchführten. Im Laufe der Zeit haben einige Annehmlichkeiten im Ferienhaus Valle Einzug gehalten. Ein nicht unbedeutender Schritt wurde zweifellos mit der Elektrifizierung durch die Voltaikanlage getan. Am 16. und 17. August 2002 installierten sechs Mitarbeiter der Firma Annen (Cham) die ganze elektrische Anlage. Seit diesem Datum verfügen alle Räume über elektrisches Licht. Diese Investition hatte auch Auswirkungen auf die Hüttenordnung. Das Wort Gaslampen musste durch den Begriff elektrisches Licht ersetzt werden. Zudem musste auch der (bescheidene) Tarif leicht angehoben werden. Das Haus ist nun durch eine Solaranlage mit Strom versorgt und hat ein Telefon. Während des Winters ist das Ferienhaus, das nicht nur vom GIBZ benutzt wird, geschlossen. Die bisher kürzeste «Saison» wurde im Jahr 1989 verzeichnet. Es wurde spät Frühling und noch im Juni schneite es bis auf 1600 m hinunter. Und dennoch hat diese Saison Geschichte gemacht, denn sie ergab eine der höchsten Besucherzahlen in der 50-jährigen Geschichte. Am 25. September 2003 hielt der Stiftungsrat in der idylliischen Maiensäss Valle eine Sitzung ab. Bei dieser Gelegenheit wurde auch Robert Bisig, alt Regierungsrat und ehem. Vertreter des Kantons im Stiftungsrat verabschiedet und für seinen Einsatz geehrt. Das Bild oben rechts zeigt diesen Anlass: Stiftungsrat sowie alt Regierungsrat Bisig und Max Schnurrenberger, Hüttenwart. Seit bald 30 Jahren war Max Schnurrenberger, Cham der «gute Geist» des Hauses (Bild Mitte rechts), er trat Mitte 2006 in den verdienten Ruhestand. Der aktuelle Stiftungsrat setzt sich aus fünf Mitgliedern zusammen: – Peter Schaller, Präsident, Vertreter Zuger Wirtschaftskammer – Hugo Nussbaumer, Quästor u. Aktuar, Vertr. Gewerblich-industr. Bildungszentrum (GIBZ) – Dr. Heinz Ineichen, Vertreter Baumeisterverband Stefan Tobler,Vertreter Gemeinnützige Gesellschaft – Beat Wenger, Vertreter Kanton Zug Neuer Hüttenwart ab Mitte 2006 ist Werner Amgarten, Berufsschullehrer; sein Stellvertreter ist Carlo Calcagni, Berufsschullehrer. Zufahrt: Bis Ambri-Piotta SBB und Privatauto, ab Ambri-Piotta Seilbahn Ritomsee, ab Zwischenstation Aufstieg zu Fuss nach Valle 40 Min., oder ab Endstation Ritomsee Abstieg zu Fuss nach Valle 20 Minuten. Höhe über Meer: 1650m Schlafplätze: 18 Matratzen im Massenlager, 5 Schlafplätze über der Stube im Horst, 1 Notbett in der Stube, Schlafplätze im Leiterhorst über dem Leiterzimrner Küche: Die Küche ist für die Verpflegung von mindestens 30 Personen mit allem Nötigen ausgerüstet: Holzkochherd und Gaskochherd, je mit Backofen, Schüttstein, Kaltwasser. Sämtliches Ess-, Rüst- und Kochgeschirr, Besteck für mindestens 30 Personen sind vorhanden. Stube: Tische, Bänke und Stühle für 30 Personen Aussen: 2 Brunnen im Freien, Tischtennistisch, Geländespielplatz und Feuerstelle Öffnungszeit: Das Ferienhaus ist normalerweise ab Mitte Mai bis Mitte Oktober betriebsbereit. Reservationen/Kontakte: Werner Amgarten (Hauswart), Tel. G: 041 728 33 17, Tel. P: 041 397 22 16, E-Mail: wamgarten@gibz.ch GIBZ Sonja Casutt, Tel. G: 041 728 30 36, E-Mail: sonja.casutt@vd.zg.ch GIBZ |
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