Gemeinnützige Gesellschaft des Kantons Zug (GGZ)
  
Neue Bedürfnisse - neue Angebote  
  
Wohnbauförderung als
mögliches weiteres Tätigkeitsfeld
   
9. Juni 2009 · Die Gemeinnützige Gesellschaft des Kantons Zug GGZ hat sich im Jubiläumsjahr 2009 entschieden, einen für zugerische Verhältnisse markanten Akzent zugunsten des preisgünstigen familiengerechten Mietwohnungsbaus in der Ebene Zug-Cham-Steinhausen-Baar zu setzen. Ermöglicht wird diese Ausweitung der Tätigkeiten durch Mittel, die der Gesellschaft aus dem geplanten Verkauf von drei kürzlich eingezonten Bauparzellen in der Umgebung der Klinik Adelheid in Unterägeri zufliessen könnten. Diese Parzellen sind Teil der grosszügigen Schenkung von Adelheid Page, die der GGZ vor fast hundert Jahren mit dem damaligen Sanatorium auch einen beträchtlichen Umschwung zukommen liess, der von der GGZ bis heute behütet wurde. Bis zur Realisierung des Vorhabens bedarf es allerdings noch verschiedener Vorentscheide, unter anderem im Zusammenhang mit der Erschliessung, in welche auch andere Grundeigentümer einzubeziehen sind. Die GGZ rechnet mit einem Erlös, der die Erstellung von gegen 100 Wohnungen zu günstigen Konditionen ermöglichen dürfte. Die Realisierung dürfte in Etappen erfolgen und einen längeren Zeitraum beanspruchen. Die GGZ nimmt sich damit nicht nur eines für die Region bedeutsamen gesellschaftspolitischen Problems an, sondern stösst gleichzeitig volumenmässig in eine neue Dimension vor, ohne die bisherigen Werke in ihrem Handlungsspielraum zu gefährden. Der Entscheid widerspiegelt die Strategie des GGZ-Vorstandes, laufend nicht nur die Zweckmässigkeit der bestehenden Werke zu überprüfen, sondern agierend auf aktuelle und künftige sozialpolitische Herausforderungen Lösungen zu entwickeln. Auf der gleichen Überlegung fusst auch der Entscheid, sich im Herbst im Rahmen einer Strategietagung mit dem Problem der Jugendarbeitslosigkeit zu befassen.
  
Die Möglichkeit, sich aktiv und massiv im Bereich des preisgünstigen familiengerechten Mietwohnungsbaus zu engagieren, geht auf den Entscheid der Stimmberechtigten von Unterägeri vom 24. Februar 2008 zurück, drei der GGZ gehörende Parzellen in der Umgebung der Klinik Adelheid einzuzonen. Es handelt sich um Hanggrundstücke an bester Lage, die sich hervorragend für die Erstellung von gehobenen Einfamilienhäusern eignen. Dem Vorstand war deshalb von allem Anfang an klar, dass eine direkte Bewirtschaftung dieses Potenzials ausserhalb des statutarisch umschriebenen Zwecks der GGZ liegen würde, so dass sich ein Verkauf aufdrängt. Zugleich hat er sich entschieden, die zufliessenden Mittel nicht einfach zur tropfenweisen Mitfinanzierung von bestehenden Werken einzusetzen. Dies würde zu einem unaufhaltsamen Versickern ohne messbaren Gegenwert und zu einer Gefährdung der Motivation der vielen Spenderinnen und Spender führen, welche die GGZ seit vielen Jahren mit kleineren und grösseren Beiträgen unterstützen.
  
Eine Analyse der sozialpolitischen Situation ergab schliesslich, dass die Förderung von preisgünstigen familiengerechten Mietwohnungen im Kanton Zug noch auf lange Zeit hinaus einem erheblichen gesellschaftspolitischen Anliegen entsprechen wird und damit dem statutarischen Zweck der "gemeinnützigen Förderung der geistigen und materiellen Volkswohlfahrt" in jeder Beziehung gerecht wird. Wenn die GGZ sich dieses Anliegens nicht schon früher angenommen hat, so deswegen, weil ihr die hiefür notwendigen Mittel fehlten. Der Vorstand beschloss in der Folge, die der GGZ zufliessenden Mittel im Wesentlichen für dieses neue Vorhaben einzusetzen.
  
Dazu bestellte der Vorstand Mitte 2008 eine spezielle Landkommission. Diese lud zwischenzeitlich vier Zuger Architekturbüros zu einem Studienvergleichsverfahren ein. Da die grösste der Parzellen noch in der Reservebauzone liegt, sind die entsprechenden Ergebnisse noch dem Gemeinderat Unterägeri vorzulegen.
  
Die Landkommission hat sich parallel dazu mit möglichen Investoren, welche die Parzellen übernehmen könnten, in Verbindung gesetzt und dabei zur Optimierung der eigenen Bauentscheide vorab Kontakte mit zugerischen Bauträgern gesucht, die allenfalls an Tausch- und Mitwirkungsgeschäften im von der GGZ favorisierten Gebiet Zug-Cham-Steinhausen-Baar interessiert sein könnten. Dazu gehört auch die Volkswirtschaftsdirektion des Kantons Zug, hatte doch der Regierungsrat Ende Januar 2009 dem Kantonsrat die Gründung einer "Aktiengesellschaft zur Förderung von preisgünstigem Wohnraum" vorgeschlagen. Er verfolgt damit - allerdings auf einer andern Grundlage - ein ähnliches Ziel. Zudem ergäbe sich allenfalls die Möglichkeit, bei der angekündigten Umnutzung des ZVB-Areals die GGZ als Erstellerin von solchen preisgünstigen Wohnungen miteinzubeziehen.
  
Im heutigen Zeitpunkt sind weder Verkaufsentscheide für das Land in Unterägeri noch Investitionsentscheide für den Wohnungsbau in der Talebene getroffen. Die GGZ geht beidseitig von einem etappierten Vorgehen aus, das sich weniger von einem Fahrplan als von der Suche nach der optimalen Lösung leiten lässt.
  
Monique Gisler, Präsidentin der GGZ:
  
«Dieser Vermögenswert ist Teil einer Schenkung von Adelheid Page im Jahre 1912 und soll entsprechend den heutigen sozialpolitischen Bedürfnissen nun im Wesentlichen für den preisgünstigen familienfreundlichen Mietwohnungsbau und im Interesse unserer Jugend eingesetzt werden. Ich bin ausserordentlich glücklich, dass wir nun ausgerechnet im Jubiläumsjahr 2009 den Start in eine neue GGZ-Dimension vollziehen können.»
  
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