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| 5 Jahre GGZ Recycling Service Baar Tag der offenen Tür Baar, 21. September 2002 – Auf Initiative des Baarer Gemeinderates wurde 1997 das Projekt GGZ Recycling Service Baar mit drei Projektteilnehmern gestartet. Heute sind über 49 Personen in verschiedensten Arbeitsbereichen beschäftigt. Seit diesem Jahr hat der Kanton den GGZ Recycling Baar auch mit der Betreuung von Asylbewerbern beauftragt. Mitte der Neunziger Jahre – die Wirtschaftskrise steuerte dem Höhepunkt entgegen – zeichnete sich eine erhebliche Zunahme der ausgesteuerten Arbeitslosen ab. Langzeitarbeitslose wurden zu Sozialhilfe-empfängerInnen. Ihre Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt war mit grossen Schwierigkeiten verbunden. Dies führte dazu, dass sich die Gemeinden intensiv damit beschäftigten, wie mit geeigneten Maßnahmen den Betroffenen zu helfen sei. Die Schaffung gemeindlicher Arbeitsprojekte war die Antwort. Diese Aufgabe wurde der Gemeinnützigen Gesellschaft des Kantons Zug übertragen. Gemeinde Baar übernimmt Vorreiterrolle Eusebius Spescha, Betriebskommissions-Präsident der GGZ Arbeitsprojekte und Stadtrat lobt die Gemeinde Baar für ihre federführende Rolle: «Mit ihrem Engagement und ihrer Vorreiterrolle trug Baar Wesentliches zum Aufbau der Beschäftigungsprojekte für SozialhilfeempfängerInnen bei und die Gemeinde Baar war es auch, welche die Beschäftigung von AsylbewerberInnen neu initiierte, nachdem die Stadt Zug ihre Beschäftigungsangebote schon einige Zeit vorher eingestellt hatte. Mit der Angliederung an den Recycling Service Baar konnte eine sinnvolle Existenzgrundlage für AsylberwerberInnen geschaffen werden.» Integration hat positive Auswirkungen auf Betreuungsaufwand Der GGZ Recycling Service Baar verbindet heute eine Reihe nützlicher Aktivitäten des ökologischen Haushaltes mit einem wichtigen sozialen Anliegen, nämlich mit der Integration von Asylsuchenden. «Für die Abteilung Asylfürsorge der Direktion des Innern werden mit dem Projekt mehrere Probleme gelöst oder wenigstens gemildert», meint die Regierungsrätin Brigitte Profos, «denn die Beschäftigung von Asylsuchenden oder 'vorläufig Aufgenommenen' verschafft ihnen einen strukturierten Tagesablauf und dies in Ergänzung zu den Abläufen in den Wohneinheiten. Daneben erhalten sie ein bescheidenes Entgelt. In der Beschäftigung finden diese Menschen Kontakt mit der Bevölkerung und anderen MitarbeiterInnen. Dabei sind die Kontakterlebnisse nicht nur für die Asylsuchenden nützlich, sie sind auch eine hilfreiche Erfahrung für die ortsansässigen Menschen. Durch die Teilnahme im Projekt kann bei einem späteren Eintritt in ein reguläres Erwerbsleben der Weg geebnet werden. Mit der Teilnahme an Beschäftigungsprogrammen können die Asylsuchenden zusätzlich von Deutschkursen profitieren. Diese werden speziell von der GGZ finanziert.» Die Zahlen der TeilnehmerInnen zeigen deutlich, dass das Interesse an den Beschäftigungsprogrammen ständig zunimmt. Das Asyl-Projekt startete vorsichtig mit 20 Personen und umfasste schon im zweiten Jahr durchschnittlich 30 Personen. Heute arbeiten 36 Personen im Projekt. Die vom Kanton mitfinanzierten Beschäftigungsprogramme für Asylbewerber haben eine Leistungsvereinbarung zwischen Bund und Kanton zur Grundlage. Die Regierungsrätin bringt es auf den Punkt: „Aus der Sicht der Asylfürsorge und damit wohl auch für die Bevölkerung in unserem Kanton ist das Arbeitsprojekt von unschätzbarem Wert. Wir können jetzt schon feststellen, dass die Teilnehmer zu einer generellen Entspannung auch im Betreuungssektor beigetragen haben.“ Wirtschaftlichkeit und Qualität auch im Arbeitsprojekt Für die Trägerin, die Gemeinnützige Gesellschaft des Kantons Zug (GGZ), war es eine grosse Herausforderung, die sieben GGZ Arbeitsprojekte im Auftrag der Gemeinden aufzubauen und effizient zu führen. Für die GGZ war und ist es eine Selbstverständlichkeit, in ihren Projekte eine möglichst optimale Effizienz, Flexibilität, Wirtschaftlichkeit und Qualität anzustreben. Dies zeigt sich beim Recycling Service Baar darin, dass neben SozialhilfeempfängerInnen auch AsylbewerberInnen, Flüchtlinge, Personen aus dem VAM-Stellennetz (Verein für Arbeitsmarktmassnahmen), Zivildienstleistende und Praktikanten beschäftigt werden und dass sich das Spektrum an Tätigkeiten ständig erweitert hat. Seit der Projektgründung konnten über 200 Personen im Recycling Service Baar arbeiten. 37 ProjektteilnehmerInnen fanden im Laufe der jährigen Beschäftigungsdauer eine Arbeitsstelle auf dem primären Arbeitsmarkt. Im letzten Jahr waren 53 Prozent der Beschäftigten Schweizer (Asylsuchende ausgenommen); für das laufende Jahr rechnet die Sozialvorsteherin der Gemeinde Baar, Bettina Egler, mit über 70 Prozent. «Die Arbeitsmarktsituation hat sich für die Leute spürbar verschlechtert», sagt sie und ist froh, dass der GGZ Recycling Service Baar über genügend Arbeitsplätze verfügt. «Unser Angebot kann ihnen die nötige Motivation, manchmal sogar die verlorene Identität zurückgeben.» Ein grosses DienstleistungsangebotWas 1997 mit drei Projektteilnehmern und dem «Rösslitram» (Entsorgungsdienstleistungen mit Ross und Wagen in der Gemeinde Baar) begann, hat sich entwickelt. Heute zählen noch das CD-Recycling, Sammelstellenbetreuung in der Gemeinde Baar, Betreuung des Kräuter- und Rosengartens in Zug, Betreuung des Veloverleihs in Baar und Zug, der Second-Hand Laden, Nähatelier, Wäscherei, Veloverleih Baar und Zug, Vermietung des Zuger Aktionszelt und mobile Festeinrichtungen, Schachtelbörse, eine Kantine und der Biogarten zum Dienstleistungsbereich. Das Projekt erwirtschaftet ein verhältnismässig hohen Ertrag aus seinen Arbeiten und führt neben der Beschäftigung auch einfache Schulungen durch, um das Integrationspotenzial zu erhöhen. Offen für die Bevölkerung Mit einem Tag der offenen Tür ermöglicht der Recycling Service interessierten BesucherInnen den Einblick in die Arbeitsräume an der Altgasse 50, dem Standort der Institution. Ab 11.30 Uhr konnten die verschiedenen Arbeitsbereiche, verteilt auf zwei Etagen, besichtigt werden. Ein grosse Zahl BesucherInnen nahm die Gelegenheit wahr, den selbsterklärenden Rundgang durch das Projekt zu machen und Kinder fanden im Märlizelt spannende Unterhaltung. „Der Tag der offenen Tür“, so Alex Andermatt Projektleiter, „ war ein Erfolg. Nicht zuletzt auch für unsere Projektteilnehmer, die aktiv mitgearbeitet haben.“ Bei Speis und Trank liess es sich dann noch bis 17 Uhr gemütlich im Gartenbereich des Recycling Service Baar verweilen. Soziallohn statt Sozialhilfe |
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| 21.09.2002 |
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