Gemeinnützige Gesellschaft des Kantons Zug
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Neues Freizeitprojekt für Pirmarschülerinnen und -schüler im Kanton Zug
  

In der «WerkStadt» – gestalten, werken, pröbeln
   
Am Mittwoch, 25. September 2002, startete das neue Freizeitprojekt am See, im Siehbachkreisel in Zug. Mit der WerkStadt wird PrimarschülerInnen an ihren freien Mittwochnachmittagen ein permanentes, spielerisches und gestalterisches Freizeitangebot ermöglicht.
  
Die WerkStadt ist auf Initiative des Vereins Siehbachs und der GGZ Jugendprojekte – eine Institution der Gemeinnützigen Gesellschaft des Kantons Zug (GGZ) - zustande gekommen. Dass ein solches Projekt für SchülerInnen wichtig ist, darüber sind sich Marianne Preibisch Pfrunder (Co-Präsidentin des Vereins Siehbach) und Nicolett Theiler Gutmann ( Geschäftsführerin GGZ Jugendprojekte) einig: «Kinder und Jugendliche brauchen vermehrt Schutz- und Geborgenheitszonen um sich vom turbulenten Umfeld 'zurückzuziehen'. Gesellschaftliche Lebensmodelle und Leistungsszenarien sind immer mehr auf Druck ausgerichtet und deshalb braucht es innovative Plattformen auf denen die Kinder und Jugendlichen fast vergessene und neue Sicht- und Handelsweisen wahrnehmen und umsetzen können.» So wird in der WerkStadt die Freude am Spielen, Experimentieren, Gestalten und an der sinnlichen Wahrnehmung gefördert. Die offenen Werkplätze sind als weiterführende Vision der strukturierten Kinderfreizeit anzusehen und sie stärken die Persönlichkeit.
   
Im Alltäglichen einen Zauber entdecken
  
Das individuelle Erlebnis bildet die Ausgangslage fürs eigene Tun. Der Faszination folgend, lernt das Kind in der WerkStadt einen Umgang mit verschiedenen Materialien, Werkzeugen, Techniken und bildnerischen Mitteln kennen. Aus dem Alltäglichen wird Neues entdeckt und die Kreativität wird herausgefordert. In Gruppen oder von Einzelnen werden Objekte entstehen, welche beständig, vergänglich, oder zur Benützung bestimmt sind. Die entstandenen Werke sollen schliesslich in der Öffentlichkeit (z.B.: Ausstellung) Wertschätzung erfahren.
  
Werken im Innen- und Aussenraum
  
Einen interessanten Aspekt bietet die Nutzung von zwei unterschiedlichen Standorten. Einerseits der Spielort Siehbach (Verein Siehbach, direkt am See) mit all seinen unerschöpflichen Möglichkeiten für Spiel und Natur, andererseits die Nutzung einer schon bestehenden, gut eingerichteten Infrastruktur in der Freizeitanlage Loreto, welche den Kindern eine weitere und andersartige Möglichkeit von Umgang mit Materialien, Werkzeugen und diversen Techniken ermöglicht. Die WerkStadt bietet somit zwei sehr unterschiedliche Erlebniswelten an. Durch den geplanten halbjährlichen Standortwechsel entsteht eine Dynamik, welche sich auf die Kreativität positiv auswirken wird. Denn durch den räumlichen Wechsel, wird auch die Gruppierung der Kinder sich stets ändern, verändern und wieder neu bilden. Die WerkStadt soll ein lebendiger Erlebnisraum für Jugendliche im Primarschulalter jeglicher Bevölkerungsschichten sein, denn der soziale Austausch mit anderen Kindern und deren Kulturen ist eine Bereicherung und fördert das Zusammenleben.
   
Aktive Mittwochnachmittagsbeschäftigung bei jedem Wetter
  
Am Mittwoch, 25. September 2002 von 14 bis 17 Uhr startet das Freizeitprojekt WerkStadt. Ab 23. Oktober 2002 beginnt für die WerkStadt das Winterhalbjahr und die Fortsetzung des Angebots findet dann in der Freizeitanlage Loreto statt. Das Winterhalbjahr endet am 16. April 2003. Am 23. April 03 ist dann wieder Programm im Siehbach. Über Weihnacht/Neujahr ist die Kinderwerkstatt geschlossen, ebenso in den Sommerferien, dann findet der Zuger Ferienpass statt. Und einmal im Jahr soll, gemäss Aussage der Initiantinnen, die WerkStadt zu einem mehrtägigen WerkLand ausgebaut werden. Damit erhalten auch Kinder, welche das Angebot noch nicht genutzt haben, die Gelegenheit einfach mal zu „schnuppern“ und mitzumachen.
  
Betreuung durch Werklehrerinnen
  
Das Anliegen der GGZ Jugendprojekte und des Verein Siehbach ist es, die Kinderwerkstatt mit Fachpersonen betreut zu wissen. Zwei kompetente Werklehrerinnen werden die Leitung der WerkStadt übernehmen: Corinne Krauer (Jg. 1972) und Renate Tschofen (Jg. 1969), Primarlehrerinnen mit mehrjähriger Unterrichts-erfahrung und Ausbildung zur Werklehrerinnen. Corinne Krauer und Renate Tschofen haben gemeinsame gestalterische Projekterfahrungen gesammelt: Im Fabuland 2000 und 2001 am Siehbach in Zug und im Bau-Spiel-Platz-Projekt in Hirzenbach ZH 2001.
   
Zusammenarbeit Verein Siehbach und GGZ Jugendprojekte
  
Um den Standort Siehbach optimaler zu nutzen, hat sich der Vereinsvorstand Siehbach bereits im letzten Jahr Gedanken zu einer ganzjährigen Nutzung gemacht und an der Ausarbeitung eines neuen, permanenten Werk-Projektes gearbeitet . Als fahrende Infrastruktur wurde ein Baustellenwagen angeschafft, und bei den laufenden Vorbereitungen kam es zur Zusammenarbeit mit der Abteilung Jugendprojekte der GGZ, welche bereits an einem Kinderwerkstatt-Konzept in der Freizeitanlage Loreto arbeitete. Die Umsetzung beider Ideen lag auf der Hand: ein gemeinsames Freizeitprojekt für PrimarschülerInnen zu realisieren: Die WerkStadt war geboren! Ideell und finanziell unterstützt wird das neue Projekt von der Stadt Zug, der GGZ und Peikert Contract AG.
  
Anmeldeverfahren
  
Die Kinder können sich bei den GGZ Jugendprojekten (Telefon 041-727 61 98) anmelden und einen Jahrespass bestellen. Dieser kostet Fr. 80.00 und jedes weitere Kind aus der gleichen Familie bezahlt Fr. 60.00. Die Kosten für den Jahrespass sind bewusst familiär berechnet, so dass auch Kinder aus allen Schichten daran teilhaben können. Ein kostenloser „Schnuppertag“ bietet sich am 25. September 2002 an. Nach dem 25. 9. 02 kann man auch tageweise mitmachen. Der Tagespass kostet 10 Franken und wird direkt vor Ort gelöst.
  
Verein Siehbach am Zugersee – Vom WerkLand (ehemals Fabuland) zur WerkStadt
  
Im Rahmen der Umgestaltung des Seeufers in der Stadt Zug (1998 – 2001) erarbeitete eine Fachgruppe (Chef Bauamt, Landschaftsarchitekt, Parlamentarier, Vertretung lokaler Elterngruppen und Pro Juventute Spielraumberatung) ein Projekt zur Aufwertung einer bestehenden, grossen Natur-Spielanlage im Siehbachkreisel. Als Trägerschaft wurde im März 2000 der Verein Siehbach am Zug gegründet, mit dem Hauptanliegen: die Bevölkerung, in erster Linie die Kinder mit wiederkehrenden Aktionen in die Nutzung der Anlage und in ihre vielfältigen Möglichkeiten einzuführen. Neben diversen Tagesaktivitäten hat der Verein als Pioniertat die mehrwöchige Grossaktion Fabuland (2000/2001) respektive WerkLand (2002) ins Leben gerufen. In Zusammenarbeit mit StudentInnen der Hochschule für Gestaltung in Zürich und mit der finanziellen Unterstützung durch die Stadt Zug und private Sponsoren wurde während drei Jahren jeweils im Monat September eine Freiluftwerkstatt für Schulklassen sowie als Freizeitangebot für Kinder entwickelt. Die durchwegs positiven und begeisterten Reaktionen von LehrerInnen, Kindern und Eltern auf die Werkangebote haben den Vereinsvorstand in seinen Zielsetzungen bestätigt, den Spielort Siehbach in einen lebendigen Werk- und Erlebnisraum zu verwandeln. Die Erfahrung hat aber auch gezeigt, dass die Ressourcen des Spielgeländes und vor allem der Kinder mit einem dreiwöchigen Werkangebot bei weitem nicht ausgeschöpft sind. Als fahrende Infrastruktur wurde ein Baustellenwagen angeschafft, und mit dem neuen permanenten Angebot der WerkStadt kann das Siehbachgelände optimal genutzt werden.
   
Der Spielort Siehbach – eine aussergewöhnliche Spielanlage
  
Zum Siehbachkreisel gehört ein riesiger Sandbereich mit Wasserstellen, Bachlauf und Naturmaterialien. Verschiedene Brücken verbinden den Siehbach mit dem Land, im Dickicht des Ufers lassen sich geheime Spielorte entdecken und überall sind Beobachtungsplätze für Tiere und Pflanzen. Eine Feuerstelle lädt zum Familienausflug ein. Im Siehbachkreisel lassen sich die Elemente Feuer, Wasser und Luft entdecken. Mit gestalterischem Wirken bauen Kinder auf und ab und hinterlassen so ihre Spuren. Die naturnahe Spielanlage verfügt über viele Materialien: Steine, Holz, Blumen, Gräser, Blätter, Blüten, Schlamm, Moos und … und … Zusammen mit mitgebrachten Materialien entsteht immer wieder Neues und durch Begegnung und Austausch, Verändern und Gestalten in Auseinandersetzung mit Tieren, Pflanzen, Dingen und der Umwelt entwickelt sich die Spielkultur.
  
Ziel des Vereins ist es, den Spielort Siehbach zu beleben.
  
Der Spielplatz ist lebendiger Werk- und Erlebnisraum für alle und es wird eine aktuelle Spielkultur gefördert
  
Kulturtechniken werden vermittelt
  
der Aufbau von vernetzten Partnerschaften
  
Förderung von Kreativität und interaktivem Lernen als Stärkung der Persönlichkeit
  
Naturbaustelle – die Elemente des Spiels mit Feuer, Wasser, Erde, Luft und verfügbaren Materialien
  
Kinder und Kulturschaffende in lebendiger Begegnung
   
Der Verein Siehbach (Marianne Preibisch und Ursi Keusch, Präsidium) definiert als Drehscheibe in Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern die gemeinsamen Zielsetzungen und Umsetzungsstrategien. Der Verein wird von der Stadt Zug finanziell und ideell unterstützt sowie von Sponsoren.
    
GGZ Jugendprojekte – eine Institution der Gemeinnützigen Gesellschaft des Kantons Zug
  
Im letzten Jahr hat der Vorstand der Gemeinnützigen Gesellschaft des Kantons Zug (GGZ) dem Aufbau einer eigenen Institution «GGZ Jugendprojekte» zugestimmt. Er beabsichtigte damit, sich neben den vier bestehenden Standbeinen Gesundheit, Bildung, Soziales und Kultur verstärkt auch zu Gunsten der Jugend, insbesondere im Bereich einer sinnvollen Freizeitgestaltung von Kindern und Jugendlichen, personell und finanziell zu engagieren. Die neue Institution GGZ Jugendprojekte hat ihren Betrieb am 1. Januar 2002 aufgenommen. Geschäftsführerin ist Nicolett Theiler Gutmann.
  
GGZ Jugendprojekte (Stand Mai 2002): Zuger Ferienpass, Zauberlaterne Zug, WerkStadt, Zuger Märlisunntig (nur finanzielle und teilweise organisatorische Unterstützung)
   

   

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25. 09. 2002