Gemeinnützige Gesellschaft des Kantons Zug
Baarerstrasse 110a · 6302 Zug · Telefon 041 769 77 11 · Fax 041 769 77 12 · E-Mail: sekretariat@ggz.ch            
      
       
  
Doron – Preis Verleihung 2004
  
Referat von Monika Gisler-Locher, Präsidentin GGZ
  
Anlässlich der Doron-Preisverleihung an die Gemeinnützigen Gesellschaft des Kantons Zug (GGZ) anlässlich vom 10.11.2004 im Casino Zug
  
Sehr geehrter Herr Rich
Sehr geehrter Herr Präsident der Doron Stiftung,
Sehr geehrter Herr Stucky
Sehr geehrte Damen und Herren Stiftungsräte
Meine Damen und Herren
  
Es ist mir eine grosse Freude und Ehre hier die Gemeinnützige Gesellschaft des Kantons Zug (GGZ) vorzustellen:
  
Geschichte / Entwicklung
Am 29. September 1884 wurde die GGZ im Gasthaus Adler in Allenwinden von 16 Zugern gegründet. Es ist ein erfreulicher Zufall, dass die GGZ nun zu ihrem 120. Geburtstag den Doron-Preis zugesprochen erhält. Die Gründung der GGZ wurde durch die damalige wirtschaftlich schwierige Situation ausgelöst. Weil der junge Bundesstaat über ungenügende Mittel für soziale Aufgaben verfügte, war private Initiative notwendig. Die junge GGZ setzte sich vor allem für die unbemittelten Kranken, speziell die chronisch kranken Kinder, für die Förderung der Gesundheit und der Schulbildung sowie für die Integration der entlassenen Sträflinge ein.
  
Im Jahre 1912 vermachte Adelheid Page der GGZ das damalige «Sanatorium Adelheid» in Unterägeri als «Volksheilstätte für minderbemittelte Tuberkulosekranke». Sie wurde dadurch zur bedeutendsten Gönnerin – und auch das erste weibliche Mitglied – in der Geschichte der GGZ. Dieses Sanatorium hat in der GGZ unternehmerische Aktivitäten entwickelt, es war die erste einer ganzen Reihe von Institutionen, welche die GGZ über die späteren Jahrzehnte ins Leben gerufen hat.
  
Soziale Verantwortung und Solidarität gegenüber Benachteiligten bestimmen den Einsatz der Gemeinnützigen Gesellschaft des Kanons Zug bis heute. Die GGZ will vor allem in Bereichen aktiv sein, die vom Staat nicht primär selbst abgedeckt werden müssen. Trotz des gut entwickelten Sozialstaates und trotz des durchschnittlich hohen Lebensstandards gibt es immer Menschen in Krisen- und Notsituationen. Denken wir an die jugendlichen Arbeitslosen von heute oder an die Langzeit-Arbeitslosen. Die GGZ baute zum Beispiel die verschiedenen Arbeitsprojekte für stellenlose Sozialhilfeempfänger auf als die Arbeitslosigkeit in grossem Masse zunahm und die GGZ übernahm spontan den Zuger Ferienpass, um dieses wichtige Freizeitangebot für Kinder während der Sommerferien vor dem Untergang zu retten.
  
Die GGZ ist in der Region gut verwurzelt und schätzt die gute Zusammenarbeit mit den Behörden und Amtsstellen. Da denke ich unter anderem an die intensive Zusammenarbeit mit den Zuger Gemeinden bei den Arbeitsprojekten oder die Zusammenarbeit mit der Gesundheitsdirektion, was die Klinik Adelheid betrifft. Wir pflegen auch den Kontakt zu andern sozialen Organisationen wie die Frauenzentrale, den Zuger Arbeitslosentreff oder das Drogenforum, um Doppelspurigkeiten zu vermeiden.
  
Die GGZ auf einen Blick
Die GGZ ist ein ehrenamtlich geführter Verein mit 1700 Mitgliedern. Es ist uns ein Anliegen, dass wir mit einer grossen Zahl von Mitgliedern in der Bevölkerung breit abgestützt sind. Deshalb ist auch der Mitgliederbeitrag bescheiden, Fr. 20.– pro Jahr.
  
Heute hat die GGZ 15 Institutionen in den Bereichen Gesundheit, Bildung, Soziales, Jugend und Kultur. Einige sind seit Jahrzehnten aktiv und haben sich immer wieder neuen Bedürfnissen angepasst, mehrere andere sind in jüngster Zeit dazugekommen.
  
In unsern Werken arbeiten 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – wir sind also auch ein stattliches Unternehmen.
  
Im Vorstand der GGZ und in den verschiedenen Kommissionen setzen sich 70 Freiwillige ehrenamtlich für die Interessen der GGZ ein.
  
Die GGZ finanziert ihre Tätigkeiten mit Mitgliederbeiträgen, Spenden und Legaten. Die GGZ ist also auf Spenden angewiesen, um ihre vielfältigen Aufgaben bewältigen zu können. Darum ist auch der heutige Tag, der Tag des Doron-Preises, ein Freudentag für die GGZ.
  
Meine Damen und Herren, das Schöne an unserer gemeinnützigen Tätigkeit ist das Hand in Hand gehen von Freiwilligenarbeit und Geldgebern. Die GGZ braucht viele Zeit- und viele Geldspender. Nur auf diese Weise kann sie auch in Zukunft ihren Auftrag erfüllen.
  
Unsere Institutionen
Gerne zeige ich Ihnen die heutigen 5 Aufgabenbereiche der GGZ mit ihren 15 Institutionen im Überblick. Dieses Bild zeigt Ihnen die Vielfalt der GGZ. Jede Institution hat eine operative und eine strategische Führung. Die strategische Führung liegt bei der jeweiligen Betriebskommission, im Fall der Klinik Adelheid AG bei deren Verwaltungsrat. Unterstützt werden diese Kommissionen durch verschiedene Fachkommissionen und durch die Geschäftsstelle der GGZ. Die übergeordnete Verantwortung für den gesamten Betrieb aller Institutionen liegt beim Vorstand der GGZ.
  
Bereich Gesundheit
An traumhafter Lage in Unterägeri liegt die Klinik Adelheid (benannt nach ihrer Gründerin und Stifterin), heute eine moderne und sehr erfolgreiche Rehabilitationsklinik. Das Leistungsangebot umfasst die Behandlung von Erkrankungen des Bewegungsapparates, Schädigungen des zentralen Nervensystems, Lungenkrankheiten sowie von Patienten nach Operationen. Übrigens ist vor wenigen Tagen ein attraktiver Gehweg für Patienten und Besucher eröffnet worden – ein Geschenk der GGZ an die Klinik.
  
Die Lungenliga Zug ist eine Beratungsstelle für Patienten mit Lungen- und Atemwegserkrankungen. Sie unterstützt und betreut Kranke und ihre Angehörige, zum Beispiel macht sie Allergieberatungen. Heute ist die Lungenliga auch aktiv in der Tabakpräventionsarbeit.
  
Der Verein Therapeutische Gemeinschaft (VTG) Sennhütte – Fachinstitution für Suchttherapie ist die einzige stationäre Institution für Drogenabhängige im Kanton Zug, an idealer Lage am Zugerberg. Die Sennhütte bietet in einem abstinenten Rahmen Platz für Drogenabhängige und setzt erfolgreich ganz neue Behandlungsmethoden ein. Die wunderschönen Holzskulpturen der Bewohner der Sennhütte sind eindrückliche Zeugen des therapeutischen Schaffens.
  
Bereich Soziales
Die GGZ Arbeitsprojekte sind Einrichtungen für stellenlose Sozialhilfebezüger in Zusammenarbeit mit den Zuger Gemeinden. Die Projekte bieten den Teilnehmern eine Aufgabe und eine Tagesstruktur, die ihnen den Kontakt mit der Arbeitswelt erhält und den Einstieg in den Arbeitsprozess erleichtert. Zugleich vollbringen sie Dienstleistungen, die uns allen zu Gute kommen.
  
Diese GGZ Arbeitsprojekte umfassen 7 verschiedenartige Projekte für Stellenlose im Bereich Arbeitsvermittlung, Beratung und Beschäftigung:
  
     
• die Zuger Job Börse, die Non-Profit-Vermittlungsstelle
  
     
• GGZ Recycling-Service Baar mit seinem Rösslitram, das wieder verwertbaren Abfall in Baar
      sammelt sowie seinem Recycling von Ton- und Datenträgern
  
     
• GGZ Bauteil-Laden Zug, der alte Baumaterialien aufbereitet und verkauft
  
     
• Yellow – das originelle Zuger Lagerschiff
  
     
• GGZ Büroservice, die Anlaufstelle für administrative Dienstleistungen
  
     
• GGZ Service Team Steinhausen, das unter anderem die kleinen praktischen Anzündhölzer,
      die «K-Lumets» vertreibt
  
        
und
  
     
• die Fachstelle Berufsintegration, die Stellenlosen im Arbeitsmarkt weiterhilft.
    
Bereich Bildung
An idyllischer Lage auf dem Zugerberg liegt die Waldschule Horbach, auch sie ein Erbe von Adelheid Page. Ein aufmerksamer Wanderer entdeckt die exotischen Bäume, den Weiher in Zugerseeform, das Teehäuschen oder das Tunell, alles Zeugen des Wirkens von Adelheid Page. Die Waldschule Horbach ist eine Sonderschule und ein Heim für Kinder mit Verhaltensauffälligkeiten, Lernstörungen und Teilleistungsschwächen (POS) Die Kinder werden in Klassen von nur 7 Schülern sehr individuell gefördert. Die internen Schüler leben in familienähnlicher Atmosphäre in Wohngruppen.
  
Und jetzt zur Volkshochschule Zug und zur Freizeitanlage Loreto. Sie alle sind dort herzlich eingeladen. Sie können verschiedenste Kurse, Vorträge, Seminare oder Tagungen besuchen oder in der Schreinerei-, der Metall- oder der Keramikwerkstatt nach Herzenslust kreativ tätig sein. Das Loreto durfte letztes Jahr 3500 Besucher willkommen heissen.
  
Kultur
Bestimmt kennen viele von Ihnen das Zuger Neujahrsblatt, das seit 1892 jedes Jahr im November erscheint. Die GGZ ist stolz, dass sie mit der Herausgabe des Neujahrsblattes auch einen kulturellen und historischen Beitrag leisten kann. Jedes Buch widmet sich einem Thema aus der Geschichte, der Kunst, Geistes- oder Naturwissenschaften des Kantons Zug. Die Neujahrsblätter spiegeln die eindrückliche Entwicklung unserer Region. Noch diesen Monat erscheint die neueste Ausgabe zum Thema «Mobilität».
  
Jugend
Die Jugendprojekte sind das jüngste Kind der GGZ. Dank eines Legats konnte die GGZ im Jahre 2002 die Jugendprojekte ins Leben rufen, Projekte für die sinnvolle Freizeitgestaltung von Kindern. Wir hoffen damit einen Beitrag für eine gesunde Entwicklung unserer Jugend leisten zu können. 1000 Kinder möchten nicht mehr auf den Zuger Ferienpass verzichten und fast ebenso viele nicht mehr auf den Filmclub Zauberlaterne. Und wieviele Kinder träumen wohl schon vom Zuger Märlisunntig im Dezember, den die GGZ als Patronatsträgerin unterstützt?
  
Zukunft der GGZ
Wir wollen alles daran setzen, dass es uns auch in der Zukunft gelingt,
  
     
• unsere Spendengelder gezielt und kostenbewusst einzusetzen,
  
     
• unsere Institutionen professionell zu führen
  
     
• und offen zu sein für neue Bedürfnisse.
  
Wir wollen eine aufgeschlossene und aktive Gemeinnützige Gesellschaft sein.
   

   

Zurück zur Startseite
     
      
11.11.2004