Gemeinnützige Gesellschaft des Kantons Zug (GGZ)
  
Protokoll der GV 2005
PROTOKOLL der 120. ordentlichen Generalversammlung der
vom Mittwoch, 22. Juni 2005 um 20.00 Uhr, in der Freizeitanlage Loreto, Zug
   
Traktanden:
  
1. Protokoll der 119. GV vom 23.Juni 2004
2. Jahresbericht 2004
3. Jahresrechnung 2004, Bericht der Kontrollstelle
4. Entlastung des Vorstandes und der Rechnungsführer
5. Wahlen
        – Vorstand
       – Kontrollstelle
6. Jahresbeitrag 2005 (Vorschlag: Fr. 20.– unverändert)
7. Ausblick
8. Varia
  
Nach einer musikalischen Einstimmung durch das Duo Edeldicht eröffnet die Präsidentin, Monika Gisler-Locher, die 120. Generalversammlung der Gemeinnützigen Gesellschaft des Kantons Zug. Sie freut sich, diese in einer der 15 Institutionen der GGZ abzuhalten. Die Freizeitanlage sei als Ort der Begegnung wie geschaffen für eine GV.
  
Sie begrüsst darauf die Mitglieder, Freunde und Gönner der Gesellschaft, Vertreter der kantonalen und gemeindlicher Behörden, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der verschiedenen GGZ-Werke und die Vertreter befreundeter Institutionen sowie Vertreter der Medien. Namentlich heisst sie ganz besonders Frau Landammann Brigitte Profos, die Kantonsratspräsidentin, Erwina Winiger Jutz, Stadtrat Andreas Bossard, Maria Speck als Vertreterin des Bürgerrates der Stadt Zug, sowie die früheren Präsidenten der GGZ, Dr. Paul Stadlin, Dr. Hansruedi Kühn und Dr. Ueli Scheidegger willkommen. Von der Kontrollstelle sind der Obmann, Hans Wadsack sowie Monika Leuthard und Annemarie Zehnder anwesend. Entschuldigt haben sich u. a. Regierungsrat Joachim Eder und Stadtpräsident Christoph Luchsinger.
  
Die Vorsitzende stellt Beschlussfähigkeit fest. Die GV ist statutenkonform zweimal im Amtsblatt des Kantons Zug ausgeschrieben worden und die Traktandenliste entspricht den statutarischen Vorschriften. Anträge zur Ergänzung der Traktandenliste sind keine eingegangen.
  
Als Stimmenzähler werden die Herren Zdenek Horak und Hans Schnider gewählt und das Protokoll erstellt Werner Ulrich.
  
1. Protokoll der 119. GV vom 23. Juni 2004
  
Das Protokoll konnte auf der Geschäftsstelle oder hier eingesehen werden. Der Vorstand der GGZ hat das Protokoll genehmigt. Die Präsidentin stellt den Antrag zur Zustimmung durch die Generalversammlung. Das Protokoll wird unter Verdankung an den Verfasser, Werner Ulrich, ohne Diskussion einstimmig gutgeheissen.
   
2. Jahresbericht 2004
  
Die Präsidentin hofft, dass alle den Jahresbericht 2004 erhalten haben und dass er gefällt. Die Klinik Adelheid, die GGZ-Arbeitsprojekte und der VTG Sennhütte haben für ihre Institutionen separate Jahresberichte erstellt. Bei Interesse können diese bei der Geschäftsstelle bezogen werden.
  
Mit Freude berichtet Frau Gisler von einigen besonderen Vorkommnissen des Jahres 2004. Dazu werden auch einige Bilder projiziert.
  
Allgemeines
  
An der letzten Generalversammlung im Juni 2004 trat Dr. Ueli Scheidegger nach sieben Jahren als Präsident der GGZ zurück. Die GGZ musste sich von einem Präsidenten verabschieden, der sein Amt mit grosser Kompetenz, ausserordentlichem Engagement und viel Herzblut ausgeübt hat. Die Präsidentin freut sich sehr, dass er heute da ist und ist ihm dankbar, dass sie auf den guten Unternehmensstrukturen, die er geschaffen hat, aufbauen konnte und weiter werde aufbauen können.
  
Die GGZ wurde am 29. September 2004 120 Jahre alt. Man ist glücklich, dass die GGZ heute sowohl ein grosser Verein, als auch ein erfolgreiches Sozialunternehmen ist. Man ist auch stolz, dass die GGZ in diesen vielen Jahren nicht nur gewachsen ist, sondern sich auch weiterentwickelt und immer wieder neuen Bedürfnissen anpasst hat.
  
Zudem gebührt Dankbarkeit für die Unterstützung von vielen Mitgliedern und Gönnern.
  
Die Doron-Preisverleihung im November 2004 war für die GGZ eine grosse Ehre. Dieser Preis wird seit 1986 an Gruppen oder Einzelpersonen verliehen, die sich durch aussergewöhnliche uneigennützige Leistungen hervor tun.
  
Die GGZ als Preisträgerin findet sich in Gesellschaft von so illustren Organisationen wie «Schweizerische Lebensrettungsgesellschaft» oder «Médecins sans Frontières». Die Freude ist gross über die finanzielle Unterstützung und diese ausserordentliche Anerkennung unserer Arbeit. Auch an dieser Stelle dankt die GGZ der Doron-Preis Stiftung ganz herzlich für dieses grossartige Geburtstagsgeschenk.
  
Die Präsidentin gibt diese Anerkennung gerne weiter an alle Mitarbeiter/innen und alle ehrenamtlich Tätigen in den 15 Institutionen. Es sind dies 260 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Auf der strategischen Ebene der GGZ engagieren sich 70 Freiwillige unentgeltlich im Vorstand und in den Kommissionen.
  
Auch im Jahre 2004 darf die Präsidentin von einer sehr guten Auslastung in allen Werken berichten. Dies sei ein klares Indiz für die ausgezeichneten Leistungen aller GGZ-Institutionen.
  
Die GGZ hat in den neunziger Jahren mit den verschiedenen Arbeitsprojekten vom Kanton Aufgaben im Bereiche der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit übernommen. Der Kanton Zug will die Leistungsvereinbarungen mit allen externen Institutionen vereinheitlichen, wobei die Vereinbarungen mit der GGZ bereits erfolgreich abgeschlossen worden sind.
  
Zusätzlich hat die GGZ für die Aufgaben der Lungenliga eine Leistungsvereinbarung mit dem Kanton Zug abgeschlossen.
  
Mit der Gemeinde Baar konnte die GGZ einen 10-jährigen Vertrag für den GGZ Recycling Service Baar abschliessen. In der Folge durfte dieser neue Räumlichkeiten beziehen und wird in den nächsten 10 Jahren an der Altgasse in Baar stellenlose Sozialhilfeempfänger/innen und Asylbewerber/innen beschäftigen.
  
Am 3. November 2004 übergab die GGZ der Klinik Adelheid in Unterägeri den neuen wunderschönen und rollstuhlgängigen Spazierweg direkt neben der Klinik als Geschenk. Dieser 400 m lange «Widenweg» ermöglicht den Patienten einen erholsamen Spaziergang an herrlichster Lage mit Blick auf das Ägerital und die Berge.
  
Aus den Institutionen
  
Waldschule Horbach
  
Die Waldschule Horbach ist eine IV-anerkannte Sonderschule mit Wocheninternat für Primarschüler mit POS/ADS und Teilleistungsschwächen.
  
Die Neugestaltung des Finanzausgleiches und der Aufgabenteilung zwischen Bund und Kantonen sieht vor, dass sich die IV aus der Finanzierung der Sonderschulen zurückzieht und diese den Kantonen überträgt. Die Waldschule Horbach hat bereits erste Schritte unternommen, um für die neue Situation gewappnet zu sein. So hat sie letztes Jahr erfolgreich ein Qualitätssicherungssystem eingeführt.
  
Freizeitanlage Loreto und Volkshochschule
  
Die Freizeitanlage Loreto/Volkshochschule Zug (FAL) ist ein Ort der Begegnung und Freizeitgestaltung.
  
Die FAL freute sich über 3500 Besucher im Jahre 2004, die entweder Kurse besuchten, Vorträge genossen oder in den Werkstätten kreativ tätig waren. Im Herbst 2004 feierte die FAL ihren 35. Geburtstag mit einem grossen Fest mit tollen Attraktionen und vielen Gästen.
  
Ein speziell erwähnenswertes Projekt in der Freizeitanlage Loreto ist die »Integrationsschule Light». Es ist ein Schulungsprojekt im Auftrag des Kantons für jugendliche Asylbewerber. Der Kanton gab der FAL den Auftrag, weil sie die optimalste Förderung für die jungen Ausländer anbot, nämlich die Fächer: Integration, Deutsch, Kreativität und Sport.
  
GGZ Jugendprojekte
  
Die GGZ Jugendprojekte organisieren Freizeitaktivitäten für Kinder und Jugendliche im Kanton Zug. Der Zuger Ferienpass ist zur Zeit das grösste GGZ Jugendprojekt.
  
Er war auch im 2004 ein grosser Erfolg mit 394 verschiedene Anlässe wie Tauchen, Glas bearbeiten, Kräuter und Salben, Kinderflohmarkt, etc. 890 Kinder machten mit und wurden von 296 Freiwilligen betreut. Es waren vor allem spannende, unvergessliche Erlebnisse und wertvolle Erfahrungen für jedes «Ferienpasskind».
  
Verein Therapeutische Gemeinschaft Sennhütte
  
Die Sennhütte ist die einzige stationäre Institution für Drogenabhängige im Kanton Zug. Sie arbeitet in einem abstinenten Rahmen. Trägerschaften sind die GGZ und das Drogenforum.
  
Die Sennhütte hat sich in der ganzen Schweiz einen sehr guten Namen geschaffen mit ihrem innovativen und erfolgreichen Therapiekonzept. Die Therapieplätze waren durchgehend besetzt und es gab ganz wenige Therapieabbrüche.
  
Mit der Sennhütte bietet der Kanton ungefähr gleich viele Therapieplätze an, wie er für seine Drogenabhängigen in andern Kantonen benötigt. Die Platzierung ausserhalb des Kantons ist unumstritten wegen der Distanz zur Szene.
  
Lungenliga Zug
  
Die Lungenliga Zug ist eine Beratungsstelle für Betroffene von Lungenkrankheiten.
  
In den Bereichen Asthma, Allergie und Rauchstopp bietet die Lungenliga Einzelberatungen an, und führt gesundheitsfördernde Kurse durch (z. B. Asthma-Schulung für Kinder auf der YELLOW – Das Zuger Lagerschiff).
  
Die Finanzierung der Lungenliga gestaltet sich schwierig, weil die Bundesgelder immer spärlicher fliessen.
  
Klinik Adelheid
  
Die Klinik Adelheid ist eine Rehabilitations- und Nachbehandlungsklinik.
  
Die vier Kernkompetenzen sind: Behandlung von Erkrankungen des Bewegungsapparates, von Schädigungen des zentralen Nervensystems, von Lungenkrankheiten sowie von Patienten nach Operationen oder mehreren sich überlagernden Krankheiten. Mit 92% Auslastung wurde 2004 ein Spitzenwert erreicht. Dank des guten Rufs und ausserordentlicher Leistungen hat sich die Klinik im umkämpften Markt der Rehab-Kliniken über die Kantonsgrenzen hinweg einen ausgezeichneten Ruf geschaffen.
  
GGZ Arbeitsprojekte
  
Die GGZ Arbeitsprojekte sind Einrichtungen im Auftrag der Zuger Gemeinden für stellenlose Sozialhilfebezüger/innen. Sie konnten im Mai 2004 die ISO Zertifizierung erfolgreich abschliessen.
  
Auch hat der Kantonsrat im Jahr 2004 der Weiterführung der GGZ Arbeitsprojekte zugestimmt. Die Arbeitsplatzentwicklung lässt wenig Hoffnung zu, dass in absehbarer Zeit auf berufliche Integrationsmassnahmen verzichtet werden kann.
  
GGZ Recycling Service Baar
  
Der GGZ Recycling Service Baar ist ein Beschäftigungsprojekt für Sozialhilfeempfänger/innen und Asylbewerber/innen. Er ist unter anderem bekannt für sein modernes Recycling von Ton- und Datenträgern und das beliebte Rösslitram zur Abfallentsorgung.
  
GGZ Büroservice
  
Der GGZ Büroservice erledigt diverse Büroarbeiten zu günstigen Preisen für Firmen und Private.
  
GGZ Bauteil-Laden Zug
  
Die Präsidentin empfiehlt einen Besuch im GGZ Bauteil-Laden Zug an der Feldstrasse 6. Man werde staunen, welche Fundgrube dies sei, wenn man z. B. eine gebrauchte, gut erhaltene Küchen– oder Badezimmereinrichtung benötige.
  
YELLOW – Das Zuger Lagerschiff
  
Die YELLOW – Das Zuger Lagerschiff war wieder für Lager und andere Anlässe während der warmen Jahreszeit fast voll ausgebucht. Über den Winter beherbergt das Schifft die Mittagsbeiz, resp. die Gassenküche im Auftrage der Drogenkonferenz
  
GGZ Service Team Steinhausen
  
Das GGZ Service Team Steinhausen vertreibt unter anderem die K-Lumets, die kleinen praktischen Anzündhölzer. Wer sie noch nicht kennt, sollte die Wunderdinger zum Anzünden unbedingt ausprobieren.
  
Zuger Job-Börse
  
Die Zuger Job-Börse als Non-Profit-Vermittlungsstelle vermittelte 2004 mehr als 56’000 Arbeitsstunden. Besonders erwähnenswert ist, dass im Jahr 2004 dadurch 10 Personen eine feste Stelle fanden.
  
Fachstelle Berufsintegration
  
Die Fachstelle Berufsintegration fördert die berufliche Integration von langfristig Stellenlosen. Sie arbeitet eng mit der Zuger Job-Börse zusammen.
  
Zuger Neujahrsblatt
  
Das Zuger Neujahrsblatt ist ein kulturell historisches Jahrbuch der Zuger Region.
  
Das neueste Zuger Neujahrsblatt trägt den Titel «Zug Mobil». Es ist spannend, wie vielfältig das Thema «Mobilität» im Jahrbuch angegangen wird: philosophisch, literarisch, wissenschaftlich und auch satirisch. Zu diesem Buch gab es ein Novum, den Film «Zug bewegt sich». Die Vernissage des Neujahrsblattes wurde mit der Präsentation dieses Filmes zu einem richtigen «Zuger Event». Das Buch und der Film sind weiterhin erhältlich.  
  

Die Präsidentin bedankt sich bei all jenen, die zu den guten Resultaten im Jahr 2004 beigetragen haben – bei den Mitarbeiterinnen, Mitarbeitern, bei den Kolleginnen und Kollegen vom Vorstand und den Kommissionen, die ehrenamtlich tätig sind, bei den Mitgliedern und Gönnern und auch bei den kantonalen und kommunalen Behörden. Das gute Zusammenwirken all dieser Kräfte ist ein Markenzeichen der GGZ und hat aus der Gesellschaft auch im vergangenen Jahr eine starke Institution gemacht.
  
Zum Jahresbericht wird keine Diskussion gewünscht und er wird einstimmig genehmigt.
  
3. Jahresrechnung 2004
  
Die Präsidentin bitte den Präsidenten der Finanzkommission, die Rechnung kurz zusammen zu fassen.
  
Walter Weber erläutert die Rechnung 2004 und erklärt, dass die Finanzkommission der GGZ die Verantwortung dafür trage, dass die Mittel richtig eingesetzt werden. Man sei zu grosser Sorgfalt verpflichtet. Dazu würden u. a. ein Controlling, Budgets und Hochrechnungen eingesetzt. Die geplante Rechnungslegung nach FER 21 werde die Transparenz noch erhöhen.
  
Zur Rechnung werden keine ergänzenden Erklärungen verlangt.
  
Bericht der Revisoren
  
Der Revisionsbericht ist im Jahresbericht abgedruckt. Der Obmann der Revisoren, Hans Wadsack, erklärt, dass die Revisoren die Jahresrechnungen der einzelnen Institutionen und der Gesamtorganisation geprüft haben. Die Bücher seien einwandfrei geführt. Er empfiehlt der GV, die Rechnung zu genehmigen.
  
Die Jahresrechnung wird von der Generalversammlung einstimmig angenommen.
  
4. Entlastung des Vorstandes und der Rechnungsführer
  
Ohne Gegenstimme werden der Vorstand, die Geschäftsstelle sowie die Rechnungsführer entlastet.
  
Danke!
  
Die Präsidentin, Monika Gisler-Locher bedankt sich herzlich:
  
– bei allen Mitgliedern, Gönnern und privaten Institutionen für ihre finanzielle
   Unterstützung und für ihr Interesse gegenüber der GGZ,
  
– bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Werken und Institutionen
   für ihren grossen Einsatz und die erbrachten Leistungen,
  
– bei den 70 freiwillig tätigen Kolleginnen und Kollegen im Vorstand und in
   den Kommissionen für ihre freiwillige, unentgeltliche, aber auch äusserst
   kameradschaftliche Zusammenarbeit,
  
– bei der Geschäftsstelle für die tadellose administrative und
   organisatorische Unterstützung,
  
– bei den diversen Stellen in den kantonalen und gemeindlichen Ämtern
   für die konstruktive und angenehme Zusammenarbeit.
  
5. Wahlen: Vorstand und Revisionsstelle
  
Die Präsidentin erklärt, dass auf diese GV hin die zwei Vorstandsmitglieder Eusebius Spescha und Dr. Beat Wicky ihren Rücktritt erklärt haben. Eusebius Spescha ist seit 18 Jahren im Vorstand der GGZ und seit 10 Jahren Präsident der GGZ Arbeitsprojekte. Dr. Beat Wicky ist seit 10 Jahren im Vorstand der GGZ und während der ganzen Zeit Präsident der Neujahrsblatt-Kommission.
  
Verabschiedung Eusebius Spescha

Die Laudatio für Eusebius Spescha hält der frühere Präsident der GGZ, Hansruedi Kühn:
  
Die Präsidentin hat mich gebeten, zu deinem Abschied zu reden und deine Verdienste für die GGZ zu würdigen. Ich mache das sehr gerne, da ich deine Tätigkeit immer sehr geschätzt habe. Nun gehe ich deiner gemeinnützigen Biographie nach, die wir teilweise gemeinsam erlebt haben.  
18 Jahre hast du im Vorstand mitgearbeitet. Eine lange Zeit – mit vielen Sitzungen und zahlreichen Höhepunkten. Dazu zähle ich besonders die Gründung neuer Werke. Kaum ein anderes Vorstandsmitglied hat so zahlreiche Projekte realisiert wie du!
  
Ich habe mich gefragt, woher deine Motivation zu diesem grossen Engagement stammt. Sicher einmal aus deiner Verpflichtung als Bürger und Politiker. Vor ca. 200 Jahren wurde die Schweiz. Gemeinnützige Gesellschaft in Zürich gegründet. Dr. Hirzel war der Tagespräsident und er stellte 1810 den Grundsatz auf, «dass jeder Mensch als Glied der menschlichen Gesellschaft das unveräusserliche Recht und die Pflicht der Selbsterhaltung habe. Aber ebenso auch die unveräusserliche Pflicht, für das Wohl seiner Mitmenschen zu arbeiten, wozu besonders die Religion den Christen und die Vaterlandsliebe den Bürger verbinden.» Ein Satz, der auch heute seine Bedeutung hat. Er enthält die Begriffspaare Rechte versus Pflichten, allgemeine Regeln versus Selbständigkeit und Eigennutz versus Gemeinnutz. Als Quellen der Verpflichtung sieht Hirzel die Religion und die Vaterlandsliebe, heute kennt man noch andere ethische Instanzen, die zu sozialer Tätigkeit auffordern. Nicht zuletzt die vielen Freiwilligen, die aus Dankbarkeit für ihr eigenes Glück die Verpflichtung fühlen, etwas für ihre Mitmenschen zu tun.
  
Ein weiterer Motivationsstrang stammt aus deiner Familiengeschichte. Deine Eltern haben das Bergdorf im Vorderrheintal verlassen und sich im Mittelland angesiedelt. Dies geschah unter dem Druck der begrenzten Verdienstmöglichkeiten und bedeutete einen tief greifenden Wechsel. Diese Veränderung hat sicher die Sensibilität und das Verständnis von sozialen und wirtschaftlichen Problemsituationen geschärft. Konsequent hast du dies in deiner parteipolitischen Ausrichtung eingesetzt.
  
1987 wurdest du in den Vorstand gewählt. Um einen Überblick über deine Tätigkeit zu bekommen, bat ich die Geschäftsstelle der GGZ um einige Unterlagen. Diese durchforstete die Vorstandsprotokolle nach Eintragungen über deine Wortmeldungen. Es kam ein eindrückliches Bündel zustande. In diesen Protokollauszügen kommt deine Vielseitigkeit deutlich zur Darstellung. Als neues VS-Mitglied warst du in delikater Mission im Horbach unterwegs und gleichzeitig im Präsidium des VTG. Wenig später folgte die mehrjährige Tätigkeit im Legat Popp, das den Aufbau der Spitex im Kanton Zug an die Hand nahm. Dort trafen wir zusammen und konnten 1995 die Arbeit erfolgreich abschliessen. Es gelang, die bestehenden Spitex-Organisationen zu aktivieren und im ganzen Kanton entstanden gleichartige Strukturen, Verträge und Leistungsvereinbarungen. Wir trafen uns ca. alle Monate und du warst prächtig vorbereitet durch deine damalige Lehrtätigkeit in der Spitex-Schule Zürich und deinen Uni-Abschluss als Betriebspsychologe. Die Konzepte kamen jeweils aus einer etwas schlabberigen Ledermappe hervor und trafen immer ins Schwarze.
  
Eine kurze Episode war das Info-Büro Wohnen. Trotz guten Vorarbeiten fanden die Zuger Gemeinden keinen Gefallen daran. Ab 1995 kam die Zuger Job-Börse in Betrieb.
  
Wir hatten einen Berater in der Arbeitsgruppe, der eine ähnliche Institution am Zürichsee aufgebaut hatte. Wir waren dankbar für seine Vorschläge und freuten uns über den guten Start, damals mit Carl Utiger als Geschäftsführer. Nach einem Jahr erklärte der Berater seinen Rücktritt mit der Begründung: «bei euch läuft es jetzt schon besser, als bei uns nach vier Jahren!» So waren deine Projekte allesamt erfolgreich und bewährten sich in ihren Strukturen bis heute: GGZ Bauteil-Laden, GGZ Recycling Service Baar, GGZ Büroservice, GGZ Service Team Steinhausen sowie die YELLOW – Das Zuger Lagerschiff (der Kauf des Schiffes kam damals dank grossartigem Sponsoring innerhalb weniger Wochen zustande). Das Tätigkeitsgebiet der GGZ Arbeitsprojekte ist sehr differenziert und reicht vom Secondhand-Shop zum Bücherrecycling, vom exotischen Kräutergarten zum Verkauf von Fertiggaragen in die Tschechei. Daneben hast du dir Verdienste erworben als Vertreter im Vorstand der Kunstgesellschaft, manchmal wusste man nicht genau, ob als Vertreter der GGZ oder des Stadtrates von Zug. Deine Voten waren nicht nur klar formuliert, sondern sie zeugten von einem starken Gefühl für Gerechtigkeit und sozialer Rücksichtnahme. Und doch kam dabei auch der Begriff – wie schon Dr. Hirzel 1810 sagte – der «Pflicht zur Selbsterhaltung» auch vor. Du brachtest immer wieder klar zum Ausdruck, dass soziale Problemsituationen nur mit dem Engagement der Betroffenen lösbar sind. Dein verbindliches und stets freundliches Auftreten öffnete dir Türen, die sonst lange verschlossen bleiben und schuf eine Basis gegenseitigen Vertrauens, auch wenn die politischen Ansichten nicht übereinstimmten.
  
Alle werden dich im Vorstand mit deiner ausgleichenden und engagierten Art vermissen. Ich danke dir im Namen der ganzen GGZ für deine herausragende Tätigkeit und wünsche dir von Herzen alles Gute für die Zukunft und hoffe, dass du den Faden zur GGZ nie verlierst.
  
Hansruedi Kühn
  
Verabschiedung Dr. Beat Wicky
  
Die Laudatio für Dr. Beat Wicky hält der Stadtarchivar, Dr. Christian Raschle. Als langjähriges Mitglied der Neujahrsblatt-Kommission kennt er das Engagement von Dr. Beat Wicky für das Zuger Neujahrsblatt am besten.
  
Dr. Christian Raschle erklärt, dass Dr. Beat Wicky, angefragt durch den damaligen Präsidenten der GGZ, Dr. Hansruedi Kühn, im Jahr 1995 als «Quereinsteiger» das Präsidium der Neujahrsblatt-Kommission übernahm.
  
Mit der ersten Ausgabe dieses Werks im Jahr 1785 sei das ZNB eigentlich das «älteste Werk» der GGZ. Das Neujahrsblatt erscheine, allerdings mit ein paar Unterbrüchen, seit 220 Jahren.
  
Das Zuger Neujahrsblatt sei eine Verbindung von Tradition und Moderne, der Name sei Tradition, der Inhalt aktuell. Dr. Beat Wicky habe nach dieser Devise die Neujahrsblatt-Kommission geführt und er sei auf Qualität für das ZNB bedacht gewesen.
   
Für die Sitzungen sei er stets gut vorbereitet, doch die Strategie sei bewusst nicht immer zum vornherein erkennbar gewesen. Oft sei er Impulsgeber und Motor, dann aber stiller und aufmerksamer Zuhörer gewesen, wenn die Kommissionsmitglieder diskutierten. Schienen alle Fragen geklärt, habe er oft gesagt: «Guet, aber i frage mi», womit die Anwesenden merkten, dass der »Chef» mit dem Ergebnis noch nicht in allen Teilen zufrieden war.
  
Hartnäckiges Beharren, aber auch bewusstes Wiedererwägen führte oft zu guten Resultaten, wie etwa die Jahrtausendnummer 2000 beweise, die nicht nur in der Amtszeit von Dr. Beat Wicky, sondern sicher in der langen Geschichte des ZNB einen besonderen Höhepunkt darstelle.
  
Wenn sich in den Sitzungen Spannungen aufbauten, lud der Präsident am Schluss zu einem versöhnlichen Glas Bier, wo er sich gleichsam die «Friedenspfeife» gönnte.
  
Dr. Beat Wicky engagierte sich auch stark im Vorstand der GGZ und vertiefte sich in die Aufgaben der anderen Organisationen. Er besuchte in jener Zeit einen Diplomkurs für Wirtschaft im Bereich Organisation, um seiner Aufgabe gerecht zu werden.
  
Die ZNB-Kommission besass in Dr. Beat Wicky einen sachkundigen und überzeugenden Fürsprecher bei der GGZ, wofür ihm Dr. Christian Rasche im Namen der Neujahrsblatt-Kommission herzlich dankt.
  
Tempus fugit (die Zeit entflieht) – für uns war es eine gute Zeit mit Beat, ein tempus beatum!
  
Dr. Beat Wicky dankt und erklärt, dass er in den letzten 10 Jahren die ehrenamtliche Tätigkeit kennen gelernt und erfahren habe, dass davon viel mehr zurückkomme, als man gebe.
  
Wiederwahlen in den Vorstand
  
Die Amtsdauer für Vorstandsmitglieder dauert 3 Jahre. Auf diese GV hin läuft die Amtsdauer für 3 Mitglieder ab. Es sind dies:
  
• Gabriela Grimm Zwicky, seit 1997 im Vorstand, Präsidentin der GGZ Jugendprojekte
  
• Pius Lütolf, seit 1987 im Vorstand, Präsident des Verwaltungsrates der Klinik Adelheid AG
  
• Walter Weber, seit 2002 im Vorstand, Präsident der Finanzkommission und Präsident
   der Baukommission Klinik Adelheid
  
Der Vorstand empfiehlt der Generalversammlung die Wiederwahl. Es wird keine Diskussion gewünscht und die drei Vorstandsmitglieder werden unter Akklamation bestätigt.
  
Wahl der neuen Vorstandsmitglieder
  
Die Präsidentin freut sich, für die Nachfolge der zurückgetretenen Vorstandsmitglieder zwei ausgezeichnete Frauen zu empfehlen. Für das Präsidium der Arbeitsprojekte hat sich die Gemeinderätin von Neuheim, Frau Therese Arnet zur Verfügung gestellt und für das Präsidium des ZNB, die Anwältin, Frau Irène Castell. Beide stellen sich selber kurz vor.
  
Theres Arnet
  
Frau Theres Arnet ist als gebürtige Bündnerin in Neuheim eingebürgert und hat 3 Kinder. Früher im kaufmännischen Bereich tätig, hat sie sich nach einer Familienpause in der Freiwilligenarbeit engagiert. Sie waltet auch als Sozialvorsteherin im Gemeinderat von Neuheim. Sie hat bereits alle GGZ Arbeitsprojekte besucht und ist überzeugt, dass es diese Institutionen braucht.
  
Frau Theres Arnet wird mit Akklamation gewählt.
  
Irène Castell
  
Frau Irène Castell ist seit 2001 Mitglied der Neujahrsblatt-Kommission. Sie hat immer sehr interessante Sitzungen in dieser heterogenen Zusammensetzung der Kommission erlebt. Sie möchte den «Pfad» von Dr. Beat Wicky weitergehen. Irène Castell ist in Zug aufgewachsen, verheiratet und hat das Anwaltspatent.
  
Frau Irène Castell wird mit Akklamation gewählt.
  
Wiederwahl in die Kontrollstelle
  
Die Präsidentin erklärt, dass die Revisoren als Mitglieder der Kontrollstelle eine sehr wichtige Aufgabe erfüllen. Die GGZ verwalte und bewirtschafte sehr viel anvertrautes Gut - nicht nur Geldmittel, sondern auch Immobilien und andere Werte – und es sei äusserst wichtig, sich auf eine professionelle Revision und Kontrolle abstützen zu können. Die Revisoren würden dazu sehr viel ehrenamtliche Zeit aufwenden.
  
Die Amtszeit von vier Revisoren läuft mit dieser GV ab. Alle stellen sich erfreulicherweise für eine weitere Amtszeit zur Verfügung.
  
Es sind dies:
• Peter Fischer, seit 1999 Revisor
• Monika Leuthard, seit 1993 Revisorin
• Evi Oehler, seit 1993 Revisorin
• Annemarie Zehnder, seit 1999 Revisorin
  
Die vier Revisoren werden mit Akklamation wiedergewählt.
  
6. Jahresbeitrag
  
Der Vorstand schlägt vor, den Jahresbeitrag für das Jahr 2005 bei Fr. 20.– zu belassen. Die Versammlung ist damit einverstanden.
  
7. Ausblick
  
Kommunikationskonzept
  
Die Präsidentin informiert, dass sich die GGZ in der letzten Zeit intensiv mit dem Thema Kommunikation auseinandergesetzt hat, mit der internen Kommunikation einerseits und der externen Kommunikation andererseits. Man sei überzeugt, dass eine gute Kommunikation für die langfristige Existenz der GGZ von entscheidender Bedeutung sei. Man möchte als verantwortungsvoller, fairer, offener und politisch unabhängiger Partner wahrgenommen werden.
  
Das GGZ Kommunikationskonzept soll noch dieses Jahr in die Tat umgesetzt werden, um damit weitere Schritte zur Verbesserung der Kommunikation einleiten zu können.
  
Wechsel im Verwaltungsrat der Klinik Adelheid AG
  
Dr. Ueli Scheidegger ist an der GV der Klinik Adelheid AG vom 31.5.2005 als Verwaltungsrat zurückgetreten.
  
Er hat ganz grosse Verdienste am Erfolg dieser Klinik. Im Namen der GGZ dankt die Präsidentin ganz herzlich für den grossen Einsatz für die Rehabilitationsklinik. Sie erklärt, dass, nachdem sie als Nachfolgerin in dieses Amt gewählt wurde, die Messlatte für sie sehr hoch sei.
  
Strategietag
  
Der Vorstand ist sich der grossen Verantwortung der GGZ für die Zukunft bewusst: Im Herbst 2005 wird der Vorstand der GGZ unter der Leitung einer Organisationsberaterin einen Strategietag durchführen. Da die 15 Einzelinstitutionen sehr unterschiedliche Aufgaben erfüllen und zudem innerhalb der GGZ über grosse Autonomie verfügen, ist eine gemeinsame Strategie sehr anspruchsvoll. Trotzdem sei es wichtig, dass die GGZ als Dachorganisation wahrgenommen werde und eine klar formulierte gemeinsame Vision habe.
  
Gesellschaftsversammlung der SGG vom 8. Juni 2006 in Unterägeri
  
Die GGZ freut sich, dass die Schweizerische Gemeinnützige Gesellschaft ins Zugerland auf Besuch kommt. Man bereite für die Gäste aus der ganzen Schweiz ein interessantes Programm vor und hofft, dass viele der heute Anwesenden an diesem Fest auch Gäste sein werden.
  
8. Varia
  
Frau Landammann Brigitte Profos freut sich, dass sie an der heutigen GV dabei sein darf und anerkennt im Namen des Stadtrates und des Regierungsrates die grosse Arbeit der GGZ. Die GGZ mit ihren vier Säulen Soziales, Gesundheit, Jugend und Kultur geniesse grosses Vertrauen. Qualität, Kontinuität und professionelle Arbeit zeichne die GGZ aus. Sie dankt auch für die grosse Arbeit der rund 70 freiwilligen Vorstands- und Kommissionsmitglieder.
  
Nachdem keine weiteren Wortmeldungen erfolgen, schliesst die Präsidentin den offiziellen Teil um 21.20 Uhr. Die Generalversammlung wird abgerundet von einer weiteren Darbietung durch das Duo «Edeldicht».
  
Die Präsidentin:                             Der Protokollführer:
  
Monika Gisler-Locher                          Werner A. Ulrich
  
Zug, 22. Juni 2005
  

  
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