Gemeinnützige Gesellschaft des Kantons Zug (GGZ)
  
   Gesellschaftsversammlung der SGG vom 8. Juni 2006
  
Referat von Monika Gisler-Locher,
Präsidentin der Gemeinnützigen Gesellschaft des Kantons Zug (GGZ)
  
Sehr geehrte Frau Präsidentin der SGG, sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin, sehr geehrte Frau Landammann, liebe Mitglieder der SGG, liebe Gäste
  
Herzlich Willkommen bei der GGZ
  
Es ist mir eine grosse Freude und Ehre, dass die SGG ihre Gesellschaftsversammlung dieses Jahr im Kanton Zug durchführt. Ich heisse Sie alle im Namen der Gemeinnützigen Gesellschaft des Kts. Zug ganz herzlich willkommen. Es freut mich sehr, dass Sie heute im schönen Aegerital zu Gast sind und dass wir Ihnen nach der GV das grösste Werk der GGZ, die Klinik Adelheid zeigen dürfen. Morgen zeigen wir Ihnen Kostbarkeiten aus Kultur und Landwirtschaft in den Zuger Talgemeinden.
  
GGZ heute
  
Gerne stelle ich Ihnen die Gemeinnützige Gesellschaft des Kantons Zug (GGZ) vor.
  
Ich möchte Ihnen von der GGZ von heute erzählen, weil ich Ihnen von der gut 120 jährigen Geschichte der GGZ in der Einladung berichtet habe. Sie werden heute aber noch einen Höhepunkt erleben, der Sie in einen ganz wichtigen Teil der GGZ Geschichte eintauchen lassen wird, in die Geschichte von Adelheid Page.
  
Im Jahre 1912 vermachte Adelheid Page der GGZ das damalige «Sanatorium Adelheid» in Unterägeri als «Volksheilstätte für minderbemittelte Tuberkulosekranke». Sie wurde dadurch zur bedeutendsten Gönnerin – und auch das erste weibliche Mitglied - in der Geschichte der GGZ. Dieses Sanatorium hat in der GGZ unternehmerische Aktivitäten ausgelöst, es war die erste einer ganzen Reihe von Institutionen, welche die GGZ über die späteren Jahrzehnte ins Leben gerufen hat.
  
Soziale Verantwortung und Solidarität gegenüber Benachteiligten bestimmen den Einsatz der Gemeinnützigen Gesellschaft des Kantons Zug bis heute. Die GGZ will vor allem in Bereichen aktiv sein, die vom Staat nicht primär selbst abgedeckt werden können. Trotz des gut entwickelten Sozialstaates und trotz des durchschnittlich hohen Lebensstandards gibt es immer Menschen in Krisen- und Notsituationen. Denken wir an die jugendlichen Arbeitslosen von heute oder an die Langzeit-Arbeitslosen. Die GGZ baute zum Beispiel die verschiedenen Arbeitsprojekte für stellenlose Sozialhilfeempfänger auf als die Arbeitslosigkeit in grossem Masse zunahm oder sie übernahm spontan den Zuger Ferienpass, um dieses wichtige Freizeitangebot für Kinder während der Sommerferien vor dem Untergang zu retten.
  
Die GGZ ist in der Region gut verwurzelt und schätzt die gute Zusammenarbeit mit den Behörden und Amtsstellen sowie mit andern sozialen Organisationen im Kanton Zug.
  
Die GGZ ist ein ehrenamtlich geführter Verein mit 1700 Mitgliedern.

Heute führt die GGZ 15 Institutionen in den Bereichen Gesundheit, Bildung, Soziales, Jugend und Kultur. Einige sind seit Jahrzehnten aktiv und haben sich immer wieder neuen Bedürfnissen angepasst, mehrere andere sind in jüngster Zeit dazugekommen.
  
In unsern Werken arbeiten 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die GGZ ist damit einer der grössten Arbeitgeberinnen im Kanton Zug.
  
Im Vorstand der GGZ und in den verschiedenen Kommissionen setzen sich 70 Freiwillige ehrenamtlich für die Interessen der GGZ ein.
  
Die GGZ finanziert ihre Tätigkeiten mit Mitgliederbeiträgen, Spenden und Legaten.
   
Die 15 Institutionen der GGZ
  
Jede Institution hat eine operative und eine strategische Führung. Die strategische Führung liegt bei der jeweiligen Betriebskommission, im Fall der Klinik Adelheid AG bei deren Verwaltungsrat. Unterstützt werden diese Kommissionen durch verschiedene Fachkommissionen und durch die Geschäftsstelle der GGZ. Die übergeordnete Verantwortung für den gesamten Betrieb aller Institutionen liegt beim Vorstand der GGZ.
  
Zum Bereich Gesundheit
  
An traumhafter Lage hier in Unterägeri liegt die Klinik Adelheid (benannt nach ihrer Gründerin und Stifterin). Gerne werden wir Ihnen diese moderne und sehr erfolgreiche Rehabilitationsklinik zeigen.
  
Die Lungenliga Zug ist eine Beratungsstelle für Patienten mit Lungen- und Atemwegserkrankungen. Sie unterstützt und betreut Kranke und ihre Angehörigen, zum Beispiel macht sie Allergieberatungen. Heute ist die Lungenliga auch aktiv in der Tabakpräventionsarbeit.
  
Der Verein Therapeutische Gemeinschaft (VTG) Sennhütte ist die einzige stationäre Institution für Drogenabhängige im Kanton Zug, an idealer Lage am Zugerberg. Die Sennhütte bietet in einem abstinenten Rahmen Platz für 8 Drogenabhängige und setzt erfolgreich neue Behandlungsmethoden ein. Wunderschöne Holzskulpturen der Bewohner der Sennhütte sind eindrückliche Zeugen des therapeutischen Schaffens.
  
GGZ Arbeitsprojekte sind Einrichtungen für stellenlose Sozialhilfebezüger in Zusammenarbeit mit den Zuger Gemeinden. Die Projekte bieten den Teilnehmern eine Aufgabe und eine Tagesstruktur, die ihnen den Kontakt mit der Arbeitswelt erhält und den Einstieg in den Arbeitsprozess erleichtert. Zugleich vollbringen sie Dienstleistungen, die uns allen zu Gute kommen.
  
Diese Arbeitsprojekte umfassen 7 verschiedenartige Projekte für Stellenlose:
  
• die Zuger Job Börse, die Non-Profit-Vermittlungsstelle
  
• der Recyling Service Baar mit seinem Rösslitram, das wieder verwertbaren Abfall
   in Baar sammelt sowie dem Recycling von Ton- und Datenträgern
  
• der Bauteil-Laden, der alte Baumaterialien aufbereitet und verkauft
  
• das Motorschiff Yellow – das originelle Zuger Lagerschiff
  
• der GGZ Büro Service, die Anlaufstelle für administrative Dienstleistungen
  
• das GGZ Service Team Steinhausen, das unter anderem die kleinen praktischen Anzündhölzer, die «K-Lumets» vertreibt
  
• die Fachstelle Berufsintegration, die Stellenlosen im Arbeitsmarkt weiterhilft
  
Bildungsbereich
  
An idyllischer Lage auf dem Zugerberg liegt die Waldschule Horbach, auch sie ein Erbe von Adelheid Page. Die Waldschule Horbach ist eine IV anerkannte Sonderschule mit Heim für Kinder mit Verhaltensauffälligkeiten, Lernstörungen und Teilleistungsschwächen (POS) Die Kinder werden in Klassen von nur 7 Schülern sehr individuell gefördert. Die internen Schüler leben in familienähnlicher Atmosphäre in Wohngruppen.
  
Die GGZ führt auch die Volkshochschule Zug und die Freizeitanlage Loreto. Verschiedenste Kurse, Vorträge, Seminare oder Tagungen können in der Freizeitanlage besucht werden oder in der Schreinerei-, der Metall- oder der Keramikwerkstatt kann nach Herzenslust kreativ gearbeitet werden. Das Loreto durfte letztes Jahr 3500 Besucher willkommen heissen.
 
Kulturelles Engagement
  
Jedes Jahr im November erscheint das Zuger Neujahrsblatt. Die GGZ ist stolz, dass sie mit der Herausgabe des Neujahrsblattes auch einen kulturellen und historischen Beitrag leisten kann. Jedes Buch widmet sich einem Thema aus der Geschichte, der Kunst, Geistes- oder Naturwissenschaften des Kantons Zug. Die Neujahrsblätter spiegeln die Entwicklung unserer Region. Das neueste Neujahrsblatt widmet sich dem Thema «Kinder».
  
Der Jugendbereich – das «jüngste» Kind der GGZ
  
Dank eines Legats konnte die GGZ im Jahre 2002 die Jugendprojekte ins Leben rufen und Projekte für die sinnvolle Freizeitgestaltung von Kindern realisieren. Die GGZ möchte damit einen Beitrag für eine gesunde Entwicklung der Jugend leisten. Rund 1000 Kinder möchten nicht mehr auf den Zuger Ferienpass verzichten und fast ebenso viele nicht mehr auf den Filmclub Zauberlaterne. Und wieviele Kinder träumen wohl schon vom Zuger Märlisunntig im Dezember, den die GGZ als Patronatsträgerin unterstützt?
  
Die GGZ pflegt bewährte Bereiche und erkennt neue Bedürfnisse
  
Die GGZ ist ein Verein und ein stattliches Unternehmen. Die GGZ will in bewährten Bereichen aktiv bleiben und sich immer wieder auch auf neue Bedürfnisse ausrichten. Viele Faktoren sind dafür ausschlaggebend: Erstens musste die GGZ früh unternehmerisch handeln, als ihr Adelheid Page ein Sanatorium schenkte. Zweitens engagierte sich die GGZ sehr früh in verschiedenen sozialen Bereichen. Drittens profitiert die GGZ im kleinräumigen Kanton Zug von einer unkomplizierten Zusammenarbeit mit den Behörden. Und viertens ist die GGZ breit abgestützt in der Zuger Bevölkerung, die ein grosses soziales Verantwortungsbewusstsein hat und die GGZ immer wieder unterstützt.
  
Wir wollen alles daran setzen, dass es uns auch in der Zukunft gelingt, eine aufgeschlossene und aktive Gemeinnützige Gesellschaft zu sein.
  
Im Namen der GGZ wünsche ich Ihnen eine interessante Gesellschaftsversammlung und ich hoffe, dass wir Ihnen mit unserm Rahmenprogramm viel Freude bereiten können.
  
Monika Gisler-Locher

  
Zurück zum Hauptartikel
Home